{"id":1407,"date":"2025-05-09T08:22:33","date_gmt":"2025-05-09T06:22:33","guid":{"rendered":"https:\/\/akskoeln.de\/?page_id=1407"},"modified":"2025-05-09T08:22:33","modified_gmt":"2025-05-09T06:22:33","slug":"offener-brief-von-maerz25","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/akskoeln.de\/?page_id=1407","title":{"rendered":"Offener Brief von M\u00e4rz\u00b425"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>An die Oberb\u00fcrgermeisterin der Stadt K\u00f6ln, die zust\u00e4ndigen Gremien und die \u00d6ffentlichkeit,<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">in einem Schreiben des Amtes f\u00fcr Schulentwicklung wurden die Schulen in K\u00f6ln am 18.12.2024 \u00fcber die Einbehaltung der nicht verplanten Restmittel auf Schulgirokonten informiert.<br \/>\n<strong>Diese Regelung, wenige Tage vor den Weihnachtsferien kommuniziert, hat f\u00fcr Unverst\u00e4ndnis und Besorgnis bei den Schulleitungen aller Schulformen gesorgt.<\/strong><br \/>\nDie Einstellung des KLASSE-Projekts und die Einbehaltung der Restmittel von Schulgirokonten gef\u00e4hrden nicht nur die Handlungsf\u00e4higkeit unserer Schulen, sondern senden auch ein alarmierendes Signal \u00fcber die Priorit\u00e4ten der Stadt im Hinblick auf Bildung und Nachhaltigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Zur Kommunikation<\/strong><br \/>\nDie kurzfristige Mitteilung zum Jahresende sorgte zum Teil f\u00fcr hektische, m\u00f6glicherweise sogar ineffektive Notplanungen zur Verwendung von Restmitteln. Erst im Januar wurde die Regelung genauer erl\u00e4utert. Aus unserer Sicht erschwerte, die kurzfristig und zu Anfang unzureichende Kommunikation den wohl\u00fcberlegten und effektiven Einsatz von wertvollen Finanzmitteln zum Wohle der Sch\u00fcler*innen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Zum KLASSE-Projekt<\/strong><br \/>\nDas KLASSE-Projekt war seit 1997 ein herausragendes Beispiel f\u00fcr gelebte Umwelterziehung in K\u00f6lner Schulen. Es hat Sch\u00fcler*innen auf einzigartige Weise dazu motiviert, sich aktiv f\u00fcr die M\u00fclltrennung, Ressourcenschonung und einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt einzusetzen. Diese praktische und allt\u00e4gliche Form der Umwelterziehung hat nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Verantwortungsbewusstsein und Eigeninitiative gef\u00f6rdert \u2013 Werte, die heute wichtiger denn je sind.<br \/>\nDie Entscheidung, dieses Vorzeigeprojekt ersatzlos zu streichen, steht im Widerspruch zu den Herausforderungen unserer Zeit. W\u00e4hrend auf allen Ebenen Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung von Nachhaltigkeit und Klimaschutz eingefordert werden, zieht sich die Stadt K\u00f6ln hier aus ihrer Verantwortung zur\u00fcck. Besonders entt\u00e4uschend ist zudem, dass die durch das Engagement der Sch\u00fcler*innen erzielten Einsparungen k\u00fcnftig vollst\u00e4ndig dem st\u00e4dtischen Haushalt zugef\u00fchrt werden sollen. Damit wird der Einsatz der jungen Menschen entwertet, und es bleibt unverst\u00e4ndlich, warum sie ihre Energie und Zeit in ein Projekt investieren sollten, von dessen Ergebnissen sie selbst nicht mehr profitieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Zur Einbehaltung der Restmittel<\/strong><br \/>\nDie j\u00fcngste Anweisung, ungenutzte Restmittel von Schulgirokonten einzubehalten und f\u00fcr den st\u00e4dtischen Haushalt zu verwenden, ist ein schwerwiegender Eingriff in die Eigenverantwortung der Schulen. Diese Mittel waren bisher ein unverzichtbares Instrument, mit dem Schulen eigenst\u00e4ndig und flexibel auf dringende Bedarfe reagieren konnten \u2013 sei es f\u00fcr Reparaturen, p\u00e4dagogische Anschaffungen oder die Durchf\u00fchrung von Projekten, die unmittelbar den Sch\u00fcler*innen zugutekommen. Das Schulbudget ist, trotz der nicht unerheblichen Inflationsrate, in vielen Jahren nicht erh\u00f6ht worden.<br \/>\nAuch unter diesen Umst\u00e4nden sind die K\u00f6lner Schulen bem\u00fcht, den Kindern eine lernf\u00f6rderliche Schulumgebung und Ausstattung zu bieten. Entsprechend den Sozialindexstandorten ist dieses Anliegen ein st\u00e4ndiger finanzieller Balanceakt. Die Schulen sind von der Umsetzung der bisherigen Regelung ausgegangen und dementsprechend wurde gewirtschaftet und geplant. Aus unserer Sicht erschwert die angestrebte Regelung den wohl\u00fcberlegten und effektiven Einsatz von wertvollen Finanzmitteln zum Wohle der Kinder weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Schulen mit zahlreichen sozio\u00f6konomischen Belastungsfaktoren (z.B. Armut, Arbeitslosigkeit, mangelnde Freizeitangebote) f\u00fcr die kindliche Entwicklung und Bildung, denen ansonsten keine<br \/>\nweiteren Unterst\u00fctzungen wie F\u00f6rdervereine, freiwillige Zusatzbeitr\u00e4ge der Eltern und Sponsoren zur Verf\u00fcgung stehen, geraten dadurch weiter ins Hintertreffen.<br \/>\nIn einer Zeit, in der viele Schulen ohnehin mit \u00fcberalterter Infrastruktur, steigenden Sch\u00fclerzahlen und wachsenden p\u00e4dagogischen Herausforderungen k\u00e4mpfen, bedeutet diese Ma\u00dfnahme eine massive Verschlechterung der Rahmenbedingungen. Die Einbehaltung dieser Mittel ist nicht nur kurzsichtig, sondern wird langfristig negative Auswirkungen auf die Bildungsqualit\u00e4t in K\u00f6ln haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Unsere Forderungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Wir fordern die Stadt K\u00f6ln eindringlich auf, diese Entscheidungen zu \u00fcberdenken und folgende Ma\u00dfnahmen zu ergreifen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>1.<\/strong> Wenn Einsparungen, dann nicht im Bildungsbereich: Einsparungen versch\u00e4rfen die schwierige Lage der Schulen weiter.<br \/>\n<strong>2.<\/strong> Freigabe und Erhalt der Restmittel und Verzicht auf alle weiteren eingeplanten Einsparungen: Alle Schulen ben\u00f6tigen Flexibilit\u00e4t, um eigenverantwortlich und unb\u00fcrokratisch auf Herausforderungen zu reagieren. Die Einbehaltung von Restmitteln gef\u00e4hrdet diese Handlungsf\u00e4higkeit und muss zur\u00fcckgenommen werden.<br \/>\n<strong>3.<\/strong> Wiedereinf\u00fchrung des KLASSE-Projekts oder vergleichbarer Initiativen: Umweltbildung darf nicht dem Rotstift zum Opfer fallen. Die Stadt muss Ma\u00dfnahmen entwickeln, die das Umweltbewusstsein und die Eigenverantwortung junger Menschen f\u00f6rdern.<br \/>\n<strong>4.<\/strong> Verbesserte Kommunikation: Zu neuen, wichtigen Regelungen wie in der hier vorliegenden muss rechtzeitig und umfassend mit den Schulen kommuniziert werden. Auch Schulen m\u00fcssen die M\u00f6glichkeit haben, auf politische Prozesse zu reagieren, und ben\u00f6tigen Planungssicherheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wir als Schulleitungen aller K\u00f6lner Schulen setzen uns t\u00e4glich daf\u00fcr ein, unseren Sch\u00fcler*innen die bestm\u00f6gliche Bildung und Wertevermittlung zu bieten. Die getroffenen Entscheidungen der Stadt K\u00f6ln untergraben dieses Engagement und senden das falsche Signal an die n\u00e4chste Generation. Wir appellieren eindringlich an die Stadt, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, einen offenen Dialog zu f\u00fchren und gemeinsam L\u00f6sungen zu finden, die Bildung und Nachhaltigkeit als zentrale Priorit\u00e4ten behandeln.<br \/>\nIm Namen<br \/>\n\uf0b7 aller Schulleitungen der K\u00f6lner Gymnasien,<br \/>\n\uf0b7 aller Schulleitungen der K\u00f6lner Grundschulen<br \/>\n\uf0b7 aller Schulleitungen der K\u00f6lner Hauptschulen<br \/>\n\uf0b7 aller Schulleitungen der K\u00f6lner Berufskollegs<br \/>\n\uf0b7 aller Schulleitungen der K\u00f6lner Realschulen<br \/>\n\uf0b7 aller Schulleitungen der K\u00f6lner Gesamtschulen<br \/>\n\uf0b7 aller Schulleitungen der K\u00f6lner F\u00f6rderschulen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An die Oberb\u00fcrgermeisterin der Stadt K\u00f6ln, die zust\u00e4ndigen Gremien und die \u00d6ffentlichkeit, in einem Schreiben des Amtes f\u00fcr Schulentwicklung wurden die Schulen in K\u00f6ln am 18.12.2024 \u00fcber die Einbehaltung der nicht verplanten Restmittel auf Schulgirokonten informiert. 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